Regionen und Orte » Mittel- und Süddalmatinische Inseln » Halbinsel Peljesac
Größe: 350 km² (70 km lang und bis 8 km breit) Höhe: 0-961 m ü. d. M. Einwohner: 8.000 Fährhafen: Trpanj, Orebic
Die Halbinsel Peljesac liegt fast in ihrer ganzen Länge vor dem Festland. Im Süden ist sie beim Ort Ston mit dem Festland verbunden. Im Westen trennt sie nur der schmale Kanal von Peljesac von der Insel Korcula. 8.000 Menschen leben hier auf der zweitgrößten Halbinsel Kroatiens.
Peljesac ist von zerklüfteten Felslandschaften durchzogen. Der höchste Berg ist der Sveti Ilija mit 961 m, von dessen Gipfel man eine wunderbare Aussicht hat. Die Berge sind mit wilder Macchia bedeckt. In den Tälern wachsen Wein, Oliven, Zitrusfrüchte, Zypressen, Pinien. Auf Peljesac leben die letzten Schakale Europas, die man manchmal nachts heulen hören kann.
Die Halbinsel ist relativ ruhig und die Touristen lassen sie entweder ganz aus oder nutzen sie als Zufahrt zur Insel Korcula. Die Urlauber, die direkt nach Peljesac kommen, bleiben vor allem im Ort Ston mit der sehenswerten Festungsanlage und in den Orten der Peljesac Riviera, hier vor allem im lebendigen Touristenort Orebic, von dem aus auch die Fähren zur Insel Korcula übersetzen. Von Trpanj, dem zweitgrößtem Ort im Norden, fahren regelmäßig Autofähren nach Ploce auf dem Festland.
Der schönste Strand der Halbinsel ist der gut besuchte Stadtstrand in Orebic. Weitere kleine Sand- und Kiesbuchten sind auch in anderen Orten, vor allem an der Südküste zu finden.
Bekannt ist die Halbinsel vor allem für ihren guten Wein, den roten Dingac, den trockenen Postup und den weißen und roten Kastelet. Die Bewohner leben neben dem Weinanbau außerdem vom Fischfang und von der Muschelzucht.
Städte auf der Halbinsel Peljesac
1. Orebic
Heute ist Orebic ein bedeutender Fremdenverkehrsort, der neben langen Sandstränden, vielen kleinen Buchten und dem sauberen Meer vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten (Hotels, Appartements) zu bieten hat und außerdem mit einem reichhaltigen Sport- und Freizeitangebot (Tennis, Fußball, Segeln und Surfing) aufwarten kann. Nicht zu vergessen natürlich die Gastronomie mit Fischen, Meeresfrüchten und den bekannten Weinen von Peljesac (Dingac, Postup). Die Umgebung bietet sich an für angenehme Spaziergänge. Vom Friedhof neben der Kirche der Engelsmadonna oberhalb von Orebic, der letzten Ruhestätte der Kapitäne von Peljesac, hat man einen herrlichen Blick auf Korcula und den gleichnamigen Hauptort der Insel sowie auf die zahlreichen Inselchen im Kanal von Peljesac. Es ist Brauch geworden, dass die den Kanal passierenden Schiffe mit ihren Signalhörnern die Kirche ihrer Schutzherrin und die Ruhestätte der einstigen Kapitäne grüßen, und oft wird ihr Gruß vom Geläut der Klosterglocken erwidert. Unter dem Franziskanerkloster und der Kirche breitet sich ein Zypressenhain aus, der als Parklandschaft unter Naturschutz steht.
Unweit des Klosters liegt der Ort Karmen mit mehreren mittelalterlichen Baudenkmälern. Von dort aus kann man Ausflüge zu den im Hochland gelegenen malerischen Ortschaften Ruskovici, Stankovici und Podvlastica machen. Orebic ist auch der Ausgangspunkt der beliebten Wandertour auf den Sveti Ilija (961 m).
In Orebic und den Orten der Umgebung werden viele traditionelle Kirchenfeste abgehalten; erwähnenswert ist das Fest der Madonna von Karmel (16. Juli). Im Sommer gastieren Theaterensembles, und es finden weitere Kultur- und Vergnügungsveranstaltungen statt. OREBIC (Orebici), Städtchen an der Südküste der Halbinsel Peljesac. Mittlere Lufttemperatur im Januar 9 °C, im Juli 26,5 °C. Üppige Vegetation in der Umgebung. Besonders schön ist der Badestrand an der Trstenica-Bucht. Fährverbindung zur Insel Korcula.
Orebic war einst ein bedeutendes Seeverkehrszentrum und hieß bis zum 16. Jh. Trstenica. Es war Sitz eines Fürstentums unter der Verwaltung Dubrovniks (1343-1806). Die Hügelgräber und Befestigungen (auf den nahegelegenen Anhöhen Gruda und Vizanjica) stammen aus vorgeschichtlicher Zeit. Entdeckt wurden Spuren einer Römersiedlung (Reste einer Villa rustica, Gräber). In der barocken Kirche ist über der Tür der geschlossenen Säulenhalle ein altchristliches Marmorrelief eingemauert. Im Ortskern kann man das Seefahrtsmuseum besichtigen. 2 km westlich von Orebic steht das im Gotik- und Renaissancestil errichtete Franziskanerkloster (15. Jh.); im Kloster ist eine Sammlung von Kunstgegenständen zu sehen. Die Klosterkirche wurde 1486 von Mihoc Radisic erbaut; am Hauptportal befindet sich ein Madonnenrelief, die Arbeit eines unbekannten Schülers von N. Fiamberti, und im Kircheninneren ein Madonnenrelief von Niccoln Fiorentino. Auf dem Berg über dem Kloster steht die gotische, in der Barockzeit erneuerte Kirche der Madonna von Karmel. Gleich daneben sieht man antike Sarkophage und mehrere alte, riesige Zypressen; etwas weiter entfernt liegt die barocke Loggia und die Schlossruine des Fürsten von Trstenik.
2. Viganj
VIGANJ, kleine Hafenortschaft an der Südwestküste der Halbinsel Peljesac, 7 km westlich von Orebic. An einer großen Bucht westlich des Kaps Sveti Liberan, am Rand einer fruchtbaren Zone gelegen. Nordöstlich von Viganj liegt der Ausflugsort Sveti Ilija (961 m).
In vorgeschichtlicher und antiker Zeit besiedelt. Die Pfarrkirche St. Michael wurde im gotischen Stil errichtet und 1760 erweitert. Das Dominikanerkloster mit Kirche wurde 1671 von dem Reeder Marko Krstelj gestiftet. Die kleine einschiffige Klosterkirche birgt eine Marienstatue auf dem Hauptaltar, ein gotisches Schnitzbildnis der Madonna mit Kind sowie die Büste eines Heiligen. Der Kreuzgang mit einfachen Arkaden liegt neben der Kirche.
3. Ston
Süddalmatinisches Hafenstädtchen, im äußersten Nordwesten der Meerenge von Ston und an der gleichnamigen Landenge, die die Halbinsel PeljeSac mit dem Festland verbindet; 59 km nordwestlich von Dubrovnik; 581 Einw. In der Römerzeit die Siedlung Stagnum. Auf dem Berg Starigrad sind die Grundmauern eines römischen Castrums erhalten. Im 10. Jh. befand sich in Ston der Sitz eines Bischofs, wahrscheinlich neben der Kirche der Madonna von Luzine. Das heutige Ston wurde 1333 gegründet, als Dubrovnik in den Besitz von Peljesac kam. Die Stadt wurde mit 980 m langen Wehrmauern umgeben, die ein unregelmäßiges Fünfeck bildeten und an den Ecken befestigt waren. Von der Nordwestecke zweigt eine Mauer bis zum Gipfel des Berges Pozvizd ab und verbindet sich mit der gleichnamigen Festung. Von der Nordostecke erstreckt sich eine zweite Mauer über den Berg und die Meerenge, um sich schließlich mit den Schutzmauern von Mali Ston zu verbinden. An der Südwestecke steht die stärkste Bastion von Ston, Veliki kastio. Östlich davon verlief ebenfalls eine Mauer, am Ufer entlang bis nach Solila. Dieser riesige Befestigungskomplex wurde 1333–1506 von der Republik Dubrovnik errichtet. Bekanntere Baumeister sind: der Gespan Bunic 1455, Bernardino aus Parma 1461, Olivier der Franzose 1472-78 und Paskoje Milicevic 1488-1506. Bereits 1389 werden in Ston eine Schule, 1458 ein Armenhaus (das Gebäude existiert noch) und 1494 ein Waisenhaus erwähnt. Die sehenswertesten Profanbauten innerhalb der Mauern sind die im Übergangsstil der Gotik und Renaissance erbaute Kanzlei der Republik Dubrovnik, der Sorkocevic-Palast und der ehemalige Bischofssitz (1573; Spätrenaissance, mit Säulenhalle, in dem ein Lapidarium untergebracht ist). Der ehemalige, im Renaissancestil errichtete Rektorenpalast wurde im 19. Jh. erweitert. Das Franziskanerkloster mit Kreuzgang aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance und die romanisch-gotische Nikolauskirche sind 1347 entstanden. Hier werden verschiedene Kunstgegenstände aufbewahrt: ein großes bemaltes Kruzifix (eine Arbeit von Blaz Jurjev Trogiranin), die Silberbeschläge eines Missals, ein gotisches Schnitzbild des hl. Nikolaus u.a. An der Stelle der heutigen pseudogotischen St.-Blasius-Kirche (von 1870) stand der (beim Erdbeben von 1850 eingestürzte) Dom aus dem 14. Jh.; erhalten sind die Schnitzfiguren der hl. Blasius, Petrus und Paulus sowie eine Marienikone von Andrea Rizzo. Außerhalb der Stadtmauern wurde im 15. Jh. die Verkündigungskirche errichtet, an der Stelle der älteren Pfarrkirche der Madonna von LuZine. Vor der Kirche steht die Glöcknerloge mit zwei großen Glocken (gegossen 1528 von Ivan Rabljanin). Auf dem Berg Sveti Mihajlo ist die vorromanische Michaelskirche (9. Jh.) mit hervorragenden frühromanischen Wandmalereien (königlicher Stifter mit Heiligen) erhalten. Auf dem Gebiet von Ston gibt es weitere alte Kirchen, die jetzt größtenteils ruiniert sind. Dies sind: St. Petrus mit Gedächtniskapelle (wahrscheinlich die erste Domkirche von Ston), St. Magdalena auf dem Berg Gorica (Sarkophag, Reste von Wandmalereien), St. Johannes und St. Stephanus (mit Grundmauern einer frühromanischen kleinen Kirche), die frühromanische Martinskirche und die umgebaute Kirche der Madonna von Luzine.
4. Trpanj
Die Stammgäste von Trpanj schätzen die vielfältigen Unterkunftsmöglichkeiten (Hotel, Pensionen, Appartements), das reiche Angebot an einheimischen Speisen (Fisch und Wein), die Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie die unberührte Natur des für gute Weine bekannten Binnenlandes. In vielen Buchten findet man Heilschlammablagerungen. TRPANJ, Hafenortschaft an der Nordküste der Halbinsel Peljesac, 11 km nordöstlich von Orebic. Mildes Klima; mittlere Lufttemperatur im Januar 7 °C, im Juli 26 °C. Fährverbindung nach Ploce. Jachten können am Kai anlegen.
Einst ein bedeutender Hafen von Peljesac. Trpanj entwickelte sich in der Nähe einer römischen Villa rustica (Mosaik- und Mauerreste am alten Friedhof). Auf dem Berg oberhalb des Hafens liegen Ruinen einer mittelalterlichen Festung. Im Ortskern steht die Kirche der Madonna von Karmel (Hauptaltar im Renaissancestil mit dem Wappen der Familie Gundulic). Die neue Pfarrkirche wurde im neuromanischen Stil erbaut; von der älteren Kirche ist ein ornamentiertes Steinfenster aus dem 16. Jh. erhalten. Am Ortsrand steht eine kleine Kapelle (Inschrift von 1695) mit einem barocken Schnitzaltar.